Rezension: Lynnwood Falls, Sommer der Liebe – Helen Paris

Die erfolgreiche Tierärztin Hope kehrt in ihre Heimatstadt Lynnwood Falls zurück, um vorübergehend in der Tierarztpraxis ihrer Eltern auszuhelfen. Dort trifft sie auf Ryan, ihre erste große Liebe. Doch die beiden geraten immer wieder aneinander. Hope will so schnell wie möglich zurück nach New York. Gleichzeitig fühlt sie sich in der Kleinstadt seit langem erstmals wieder geborgen. Und dann bringt ausgerechnet Ryan ihre Vorsätze zum Schmelzen …
(Quelle)

Heimat ist nicht nur ein Wort

Lynnwood Falls – Sommer der Liebe, als EBOOK wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar von der Bloggerjury und dem beHEARTBEAT Verlag zur Verfügung gestellt.
In dem Sinne nochmal VIELEN DANK!

In dieser Geschichte begleiten wir Hope Archer, die eine angesehene Orthopädin in einer Tierklinik in New York City ist. Ein Landmächen in der großen Stadt. Sie hat sich schnell einen Namen gemacht und zählt viele Tiere der Upper East Side zu ihren Patienten. Doch als Not am Mann in der Tierarztpraxis ihrer Eltern in Lynnwood Falls ist, fackelt sie nicht lange und reist quer durchs Land um sie zu unterstützen. Ryan, ihre erste große Liebe arbeitet auch in dieser besagten Praxis und die Beiden müssen nun fortan gemeinsam den Laden schmeißen. Dies klappt natürlich nicht immer ohne aneinander zu geraten. Die Vergangenheit und unausgesprochene Worte stehen einfach noch zwischen ihnen.

Man mag vielleicht am Anfang an Redwood Love denken müssen. Einige Parallelen haben die beiden Geschichten ja auch. Es geht auch um Tierärzte und um eine Kleinstadt. Das war’s dann aber auch schon. Während Redwood Love eine wunderschöne Herbstlektüre ist, ist Lynnwood Falls eher eine leichte Lektüre für den Sommer. Obwohl ich mir sicher bin, auch hier hätten wir einen wunderschönen Indian-Summer.
Lynnwood Falls ist ein sehr idyllisches, schönes kleines Städtchen an der Küste. Das Leben dort sprüht nur so vor Wärme und Harmonie. Die Menschen dort sind sich nicht fremd und haben eine Hilfsbereitschaft, die mir das Herz erwärmt. Jeder kennt jeden und jeder hilft jeden, wo er nur kann.
Das Setting dieses Ortes hat mich rundum begeistert und ich würde am liebsten direkt meine sieben Sachen packen und dort hinreisen. Ich hätte dann auch nichts gegen, dem sympathischen Ryan über den Weg zu laufen.

Ryan ist ein gestandener Mann, der schon in früher Kindheit viel durchmachen musste. Er hat sich aber nie unterkriegen lassen und steht nun fest mit beiden Beinen im Leben. Er ist ein sehr charismatischer und waschechter Kerl. Er hat in der Geschichte, die übrigens aus der Erzähler Perspektive geschrieben wurde, auch seine eigenen Parts bekommen. Meistens sind sie am Ende eines Kapitels und fallen nicht so groß und ausführlich aus wie die bei Hope. Ich empfand das ganz schön beim Lesen, dass wir in dem Moment dann auch noch mehr über ihn und seine Sicht der Dinge erfahren.
Im Hauptfokus steht natürlich Hope. Sie ist eine engagierte und zielstrebige Tierärztin, die mir jedoch nicht von Anfang an sympathisch war. Ich finde zu Beginn vergisst sie oft ihre Wurzeln und lässt sich für meinen Geschmack zu sehr von ihrem Freund Colin leiten und führen. Demnach konnte ich auch Ryan immer nur zustimmen, wenn er sich gefragt hat wo die „alte“ Hope hin ist. Die, die er von früher kennt. Erst mit der Zeit in der Heimat und mit alten Freunden und Bekannten taut Hope immer mehr auf und findet zurück zu ihren Wurzeln. Ihre Ansichten auf viele Dinge, speziell auf ihr Leben in New York, fangen an sich zu ändern.

Besonders gut hat mir die Einbindung des Berufes in die Geschichte gefallen. Man merkt die Autorin hat sich sehr genau mit diesem Thema auseinandergesetzt und hat auch Ahnung wovon sie da schreibt. Es war überaus interessant einen kleinen Einblick in die Welt einer Tierarztpraxis und die dazugehörigen Berufsgruppen zu bekommen. Man hat nicht oft Geschichten, in denen so explizit auf die Berufe der Charaktere eingegangen wird. Hier begleitet man Hope und Ryan nicht nur in die Praxis, sondern auch zu vielen Außeneinsätzen und bekommt somit einen Rundumblick.

Natürlich kann das wiederum der ausschlaggebende Punkt für meine folgende Kritik sein. Denn, ich finde die Handlung selbst zieht sich sehr. Es war zwar nie langweilig, dennoch dauert es eine ganze Weile bis Hope und Ryan sich mal annähern. Eigentlich geschieht das erst in den letzten zwei Kapiteln. Das finde ich halt sehr schade, weil ich einfach gerne mehr von den Beiden zusammen gelesen hätte. Am Ende ging mir dann auch alles irgendwie viel zu schnell und man bekommt das Gefühl, die Autorin möchte es einfach schnell zu Ende bringen.
Der Hauptfokus liegt in der Geschichte halt nicht auf eine Liebesbeziehung, sondern eher auf die Entwicklung die, die Hauptprotagonistin durchläuft.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Vor allem der männliche Darsteller erinnert mich sehr an unseren männlichen Charakter Ryan. Ich finde die Farben schön ausgewählt und bin ein großer Fan von der Schriftwahl.
Beim Schreibstil bin ich ein bisschen zwiegespalten. Denn im Ganzen hat sich das Buch flüssig lesen lassen und ich habe es auch innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Und dennoch hatte ich zu Beginn meine Probleme. In den ersten Kapiteln sind mir einige kleinere Fehler aufgefallen bzw. Formulierungen, die ich eher unglücklich gewählt finde, und die somit meinen Lesefluss gestört haben. („Heute über Mittag war sie nicht, wie sonst meist, mit Miss Sophie im Central Park gewesen“) – je öfter ich diesen Satz lese umso schneller kommt er mir über die Lippen. Doch beim allerersten Mal bin ich echt über diesen Satz und vor allem die Formulierung ‚über Mittag‘ gestolpert.
Das ist nur ein Beispiel von ein Paar die mir zu Beginn der Geschichte aufgefallen sind und mich etwas gestört haben.

Fazit: Lynnwood Falls ist ein schönes und leichtes Sommerbuch für Zwischendurch (3.5/5) mit dem man für ein paar Stunden in ein gemütliches warmherziges Städtchen fliehen kann.
Und für alle diejenigen die ein Herz für Tiere haben.
Ich habe es innerhalb von zwei Tagen verschlungen, obwohl der Lesefluss am Anfang sehr gehakt hat. Doch die Atmosphäre der Geschichte hat mich schnell vertröstet und der Lesefluss wurde nach und nach besser. Von der Handlung her passiert nicht wirklich viel, außer dass die Protagonistin eine Entwicklung durch macht und zurück zu ihren Wurzeln findet. Aber man freundet sich schnell mit den einzelnen Charakteren an und möchte einfach wissen wie es weiter geht und vor allem, ganz wichtig, ob Hope und Ryan wieder zueinander finden.

Im Dezember 2020 kommt dann der zweite Band als eBook heraus unter den Namen ‚Lynnwood Falls – Und dann kamst du‘ – in dem wird es um zwei Charaktere gehen, die wir auch in dieser Geschichte schon kennenlernen durften.
Ich werde auf jeden Fall auch Band Zwei lesen, da ich mich einfach freue nach Lynnwood Falls zurückzukehren.

Autor: Helen Paris
Download Größe: 1MB
Verlag: be-ebooks
Erscheinungsdatum: 29.06.2020 (eBook) & 21.02.2021 (Taschenbuch)
Preis: 6,99€ eBook & 10€ Taschenbuch